Ihr Glück 2015

Erschienen am 6 January 2015
shutterstock 204056377 ziele wuensche bitten

Neues Jahr, neues Glück. So sagt man doch? Das neue Jahr ist bereits ein paar Tage alt, und was ist nun mit meinem Glück? Kommt es automatisch mit dem Jahreswechsel, ist es vielleicht schon fast da? Kann ich mich also einfach zurücklehnen und abwarten oder muss ich etwas dafür tun? Und was wäre da gut?

Ich glaube, dass jeder 'seines eigenen Glückes Schmied' ist und sehr wohl etwas für sein Glück tun kann. Wie schmiede ich also mein Glück?

Im Projektmanagement gibt es eine erfolgreiche und beliebte Methode, deren Anwendung eine hochwahrscheinliche Zielerreichung verspricht. Und das ausschließlich dadurch, dass bei der Formulierung des Ziels gewisse Wohlgeformtheitskriterien beachtet werden. Warum also nicht einfach mal bewährtes Fachwissen auf das private Glück anwenden und davon profitieren?

Diese Kriterien, die ein Ziel demnach erfüllen sollte, leiten sich aus dem Akronym SMART ab. Ein Ziel sollte sinnesspezifisch (konkret), messbar, attraktiv, realistisch und terminierbar sein. Smart halt. Das allein stellt die Erfüllung meines Vorhabens so gut wie sicher. Wenn ich bei der Formulierung meines Ziels diese fünf Punkte beachte, steht meinem Glück nichts mehr im Wege. So zumindest sagt es die Theorie und die Erfahrungen aus dem Projektmanagement.

1. sinnesspezifisch konkrete Beschreibung

Wenn ich glücklich sein will, fange ich an mit einer sinnesspezifisch-konkreten Glücksbeschreibung. Was verstehe ich persönlich konkret unter Glück? Was genau ist da, wenn ich glücklich bin? Was sehe ich? Was ist zu riechen? Schmecken? Hören? Fühlen? Wer ist bei mir? Was genau mache ich? Was ist sonst noch wahrzunehmen? Ich empfehle hier, sich Zeit zu nehmen und wirklich mal genau reinzufühlen in das persönliche Leben im Glück. Vielleicht die Augen zu schließen? Und in dem Wissen, dass es keine Wahrheit, sondern nur Wirklichkeitskonstruktionen gibt, alles was auftaucht einfach aufzuschreiben. Mit allen Details. Oder auch aufzumalen, eine Kollage zu erstellen, vielleicht ein Lied darüber zu dichten? Die Idee dabei ist möglichst alle Sinne mit einzubeziehen.

2. Messbarkeit (Zahlen, Daten, Fakten) und Skalierung

Ein Ziel zu erreichen setzt voraus auch zu wissen, wann genau sich dieser neue Wunschzustand eingestellt hat. Woran erkenne ich - oder auch andere - zweifellos, dass ich glücklich bin? Ab wann konkret ist der Wunschzustand vollkommen? Was muss alles da sein, dass ich sagen kann 'Danke, ok, jetzt reicht's. Ich bin da.'?

Alles was in Einheiten unterteilbar ist, lässt sich wunderbar messen. Gehalt, Arbeitszeit, Arbeitsweg, Sporteinheiten, Liebeseinheiten, Fortbildungen, Erkenntnisse, Urlaube. Manche Dinge wollen sich jedoch partout nicht messen lassen. Keine passende Einheit weit und breit. Dann ist Kreativität gefragt. Dies trifft oft bei Zuständen ein, wie z.B. 'Berufliche Klarheit'. Wie soll ich 'Klarheit' messen? Hier kann eine Skala eine praktische Übersetzungshilfe sein. Wie klar bin ich jetzt heute hier bezügliches meines Berufs auf einer Skala von 0 - 10, wobei 0 'total unklar' und 10 'glasklar' bedeutet? Und wo will ich auf der Skala mit meiner Zielerreichung sein? Und wichtig: Woran erkenne ich zweifelsfrei, dass ich meine Wunschziffer erreicht habe? Die Antworten hierauf sind wieder messbar. Ich muss also am Ende prüfen können, ob ich auch wirklich glücklich bin.

3. Attraktivität und positive Formulierung

Ein wohlgeformtes Ziel muss positiv formuliert sein. Negativ formuliert wäre zum Beispiel „ich will keine Geldsorgen mehr haben“. Das ist ein so genanntes 'weg-von-Ziel'. Weg von Geldsorgen. Hier liegt ganz klar der Fokus auf 'Geldsorgen'. Für mich klingt das nicht besonders attraktiv. Ein entsprechendes positiv formuliertes 'hin-zu-Ziel' könnte zum Beispiel lauten „ich will finanziell frei sein“. Yey! Hier habe ich direkt ein angenehmes Gefühl, und zwar das von 'finanzieller Freiheit', mein Fokus wird genau darauf ausgerichtet und ich spüre wie das Resonanz-Gesetz in Schwung kommt!

Weiterführende Fragestellungen um das Attraktive an einem Ziel herauszufiltern sind: Was genau ist für mich das wünschenswerte daran, glücklich zu sein? Wozu ist das gut? Was wird dann möglich? Alles positiv formuliert versteht sich! Die Wörter bzw. Silben „nicht, kein/e, ohne, un-“ entlarven 'weg-von-Ziele'. Auch hier wirkt wie bei dem ersten Kriterium eine Verschrift-bild-sing-lichung unterstützend und beschleunigend!

4. Realisierbarkeit und Ökocheck

Bereits bei der Definition ist es außerdem wichtig im Blick zu behalten, wie realistisch oder risikoreich die Zielerreichung ist. Welche Ressourcen brauche ich, um das Ziel zu erreichen? Welche davon sind bereits vorhanden? Was brauche ich außerdem und wie kann ich sicherstellen, dass ich es auch bekomme? Wer kann mich dabei unterstützen? Wann war ich schon mal glücklich und wie habe ich es damals gemacht? Was davon kann mir heute helfen? Eine Art Bestandsaufnahme. Die ist im Projektmanagement wichtig für die Erstellung eines Kostenplans. Ohne den bekomme ich kein Budget.

Nicht zu unterschätzen sind die Wechselwirkungen in meinem System. Zielerreichung bedeutet in der Regel auch Veränderung. Und Veränderung kommt für viele Menschen erstmal mit Verunsicherung einher. Besonders wichtig ist also zu prüfen, wie sich Beziehungen möglicher Weise verändern, dadurch dass das Ziel angestrebt oder erreicht wird. Wer könnte etwas dagegen haben, dass ich glücklich bin? Wer hat davon am Meisten profitiert, dass ich es bisher nicht war oder nicht so sehr wie ich es mir nun wünsche? Wer könnte sich besonders über mein Glück freuen? Was gewinne ich wenn ich am Ziel bin? Was verliere ich? Im Projektmanagement wäre das eine klassische Kosten-Nutzen-Rechnung, die Grundlage für jede konkretere Planung ist.

5. Terminierbarkeit

Wohlgeformte Ziele sind terminierbar und - je nachdem wie groß sie sind - auch in kleinere Ziele, so genannte Meilensteine, unterteilbar. Dieser Schritt untermauert den vorherigen, denn hier wird nochmal sichergestellt, dass das Ziel auch 'machbar' und in welcher Reihenfolge es anzugehen ist. Wann genau will ich also mein Glück erreicht haben? Was wären mögliche Meilensteine? Ein erster Schritt? Wann fange ich damit an und wie stelle ich sicher, dass ich dies auch tue? An welchem konkreten Datum ziehe ich wieder Bilanz?

Wie Sie vielleicht bemerkt haben, ist es in jedem dieser fünf Punkte wichtig mir vorzustellen, ich hätte mein Ziel bereits erreicht und wäre bereits durch und durch glücklich. So wie es gut für mich ist. Nur so kann ich mich mit dem inneren Erleben ebendieses Glücks verbinden. Und genau diese innere Verbindung macht es möglich, konkrete Schritte zu planen, Einwände zu berücksichtigen, Hindernisse zu umgehen oder zu beseitigen. Wie man das eben so macht, bei einem richtigen und wichtigen Projekt.

Erst wenn alle Kriterien sorgfältig angewandt wurden und erfüllt sind, bestehen optimale Voraussetzungen, das gesteckte Ziel sicher zu erreichen. Und wenn Glück nicht das richtigste und wichtigste Projekt überhaupt ist, weiß ich es auch nicht.

Los geht’s! Be SMART! Neues Jahr, neues Glück! Ihr Glück 2015!

Zurück